MED Facharztzentrum
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Verbessert die Behandlung von Schlafstörungen die Lebenserwartung von Patienten mit Herzschwäche?

17. Aug 2011

Frau Keller macht sich Sorgen. Seit ihr Mann im letzten Sommer einen schweren Herzinfarkt hatte, leidet er an Schlafstörungen.

Er selbst behauptet zwar, gut zu schlafen, Frau Keller jedoch sieht das anders. Jede Nacht wacht sie an seiner Seite, wenn er wieder diese schrecklichen Atemaussetzer hat.

Gestern hat sie sogar dabei auf die Uhr gesehen. Bis zu einer Minute hält ihr Mann im Schlaf die Luft an. Danach kommt es zu immer tiefer werdenden Atemzügen, die dann wieder abflachen und erneut in einer langen Pause münden. Frau Keller bedrängt ihren Mann, endlich zum Arzt zu gehen. Der jedoch scheint das Problem zu ignorieren.

Von einer Schlafstörung merkt er nichts. Die verminderte Leistungsfähigkeit, die er am Tag bemerkt, hat seiner Meinung nach nichts mit dem Schlaf zu tun.

Ruhiger Schlaf? Foto: Fotolia © Phase4Photography
Ruhiger Schlaf? Foto: Fotolia © Phase4Photography

Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass bis zu 50% aller Patienten mit einer Herzschwäche nächtliche Atemaussetzer haben. Diese können unterschiedliche Ursachen haben.

Bei einem Teil dieser Patienten verlegen sich im Schlaf die oberen Atemwege. Die Einatmungsluft gelangt so nicht mehr in die Lunge und es kommt zu Atemaussetzern. Diese sind typischerweise immer wieder von lauten Schnarchgeräuschen unterbrochen (obstruktive Schlafapnoe). Bei einem anderen Teil der Patienten jedoch gibt das Gehirn aus verschiedenen Gründen nachts das Signal an den Körper, mit der Atmung auszusetzen (zentrale Schlafapnoe). Ursache hier ist eine Fehlregulation des Körpers. Auch diese Patienten leiden an nächtlichen Atemaussetzern.

Hierbei kommt es aber in aller Regel nicht zu ausgeprägtem Schnarchen. Bei beiden Formen verringert sich der Sauerstoffgehalt im Blut nachts teils erheblich. Man kann sich gut vorstellen, dass das für das Herz-/Kreislaufsystem nicht gesund sein kann. Die Häufung von solchen Schlafstörungen bei Patienten mit Herzschwäche ist wissenschaftlich nachgewiesen.

Unklar ist, ob die nächtliche Behandlung des sogenannten zentralen Schlaf-Apnoe-Syndroms mit einer Maske zu einer Verlängerung des Überlebens und zu einer Verminderung von Krankenhauseinweisungen führt. Um diese Fragestellung zu klären, wurde die SERVE-HFStudie initiiert. In diese Studie werden weltweit über 1.000 Patienten mit einem zentralen Schlaf-Apnoe-Syndrom und Herzschwäche eingeschlossen.

Voraussetzung ist, dass die Patienten relevante Symptome der Herzschwäche haben (Luftnot bei leichter Belastung) oder im letzten Jahr wegen der Herzschwäche im Krankenhaus waren. Die Hälfte der Patienten wird mit einer nächtlichen Maskenbeatmung versorgt, die andere Hälfte nicht. Am Ende der Untersuchung soll statistisch geklärt werden, ob sich Vorteile für die Patienten unter Therapie ergeben.

Die Cardiopraxis beteiligt sich an dieser internationalen Studie. Sollten Sie Interesse an der Teilnahme haben, können Sie sich gerne mit uns in Verbindung setzen. Unabhängig von dieser Studie kann das ambulante Schlafapnoescreenig in der Pneumologischen Gemeinschaftspraxis in der MED durchgeführt werden.


Autorin:

Dr. Angelika GuthDr. Angelika Guth, MBA
Fachärztin für Innere Medizin/Kardiologie
Notfallmedizin
Gesundheitsökonomin

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