MED Facharztzentrum
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Radiofrequenz-Kyphoplastie

14. Sep 2012

Wie lange muss ich Rückenschmerzen aushalten? – Wirbelkörperfrakturen jetzt kontrolliert und gezielt behandeln

Wirbelkörperfrakturen

Unsere Wirbelsäule besteht aus über 30 Wirbelkörpern, deren Stabilität durch Abnahme der Knochenmasse aufgrund unterschiedlicher Ursachen abnimmt.

Diese Schwächung des Knochens kann dann schnell beispielsweise durch das Anheben eines schweren Gegenstandes zu einem Einbruch eines oder mehrerer Wirbelkörper führen. Dies bezeichnet man dann als Wirbelkörperkompressionsfraktur. Solche Frakturen kommen bei Osteoporose, Krebserkrankungen oder nach Unfallereignissen häufig vor und können im Alter die Krankheitsanfälligkeit und manchmal sogar die Sterberate erhöhen.

In Europa werden pro Jahr etwa 440.000 solcher Frakturen festgestellt. Die Anzahl der Neuerkrankungen liegt bei Frauen zwischen 50 und 79 Jahren bei 1,1%, bei Männern gleichen Alters bei 0,6 %. Ein Viertel aller Wirbelkörperfrakturen treten bei Frauen nach den Wechseljahren auf.

Ursachen

Mit zunehmendem Alter führt Knochenschwund häufig zu einer erheblichen Schwächung der Wirbelkörper.

Ursachen

Ohne erkennbaren äußeren Einfluss oder durch ein Bagatelltrauma (ein Unfall, der bei Gesunden keinen Schaden zur Folge hätte) kann ein Wirbelkörper brechen oder zusammensacken. Osteoporose ist die häufigste Ursache des Knochenschwundes, andere Ursachen wie bösartige Tumoren können ebenfalls den Knochen schwächen.

Einige Behandlungen wie Chemo- und Strahlentherapien haben ebenso wie die langfristige Einnahme von Kortison den gleichen Effekt.

Schilddrüsen-, Leber- oder Nierenerkrankungen können durch Fehlregulationen im Calcium-Phosphat und/oder Vitamin D Stoffwechsel, ebenso wie übermäßiger Nikotingenuss zu Osteoporose und damit zu einem erhöhten Frakturrisiko führen. In Deutschland leiden etwa 4 - 6 Mio. Patienten unter Osteoporose, wobei 80 Prozent der Betroffenen Frauen sind.

Symptome

Wirbelkörperkompressionsfrakturen sind meist sehr schmerzhaft, bisweilen kommt es zu einem schrittweisen vollständigen Zusammenbruch der vorderen Wirbelkörperanteile. Hierdurch ist die Lebensqualität und Beweglichkeit beträchtlich eingeschränkt. Ein plötzlich aufgetretener oder ein chronischer, dumpfer Schmerz im Rücken können auf einen Wirbelkörperbruch hindeuten. Wenn die Rückenschmerzen über Tage hinaus anhalten, sollte ein Arzt zur Klärung der Ursachen aufgesucht werden. Erst dann kann die richtige Behandlung eingeleitet werden.

Gesundheitliche Folgen

Wirbelkörperbrüche sind häufig mit dauerhaften Schäden verbunden, was zu chronisch verlaufenden Schmerzen und vielfältigen Funktionseinschränkungen führen kann. Hinzu kommt, dass bereits der erste Knochenbruch das Risiko für nachfolgende Frakturen beträchtlich erhöht. So kann ein gebrochener Wirbelkörper eine Kettenreaktion auslösen, so dass schließlich mehrere Wirbel brechen. Folgen einer Serie von Wirbelfrakturen sind meist eine Wirbelsäulenverkrümmung mit Rundrücken (Kyphose) sowie eine Abnahme der Körpergröße. Diese Verformung des Rückens kann zum Teil weitere Komplikationen nach sich ziehen, die körperlicher oder seelischer Natur sein können. Eine Behandlung des Bruches, vor allem aber auch der zugrunde liegenden Erkrankung, ist deshalb zwingend erforderlich.

Diagnostik

Durch eine Untersuchung und ein Röntgenbild lässt sich schnell feststellen, ob ein Wirbelkörperbruch vorliegt. Je früher die Diagnose gestellt wird, desto schneller können Sie richtig und gezielt behandelt werden.

Diagnostik und Therapie

Frakturbehandlung

Wenn Schmerzmittel nicht mehr helfen, kann ein operativer Eingriff ein Ausweg sein. Die modernste minimal-invasive Methode zur Behandlung von Wirbelkörperbrüchen ist derzeit die Radiofrequenz-Kyphoplastie.

Ziel der Radiofrequenz-Kyphoplastie ist es, mit Hilfe von Knochenzement, wie er auch seit Jahrzehnten erfolgreich bei künstlichen Gelenken verwendet wird, den gebrochenen Wirbelkörper zu stabilisieren und möglichst auch seine ursprüngliche Form wiederherzustellen.

Der Zugang des knochenschonenden Verfahrens erfolgt in der Regel durch einen ca. 5 mm langen Schnitt über eine Spezialkanüle, welche im Wirbelkörper platziert wird.

Mittels einer speziellen Sonde werden innerhalb des Wirbels kleine Knochenkanälchen geschaffen, welche als Zementlager dienen. Der sehr zähe – nahezu gummiartige – Knochenzement wird anschließend gezielt und kontrolliert in den gebrochenen Wirbel computergestützt durch eine nur wenige Millimeter schmale Kanüle eingebracht. Die Zementmasse umfließt das Wirbelinnere und richtet den meist zusammengefallenen Wirbel wieder auf. Dabei bleibt die Feinstruktur im Wirbelinneren größtenteils erhalten und Medikamente zur Bekämpfung der Osteoporose können dort weiterhin ihre Wirkung entfalten. Der Eingriff wird stationär meist unter einer kurzen Vollnarkose durchgeführt.

Die durchschnittliche Operationszeit beträgt ca. 15 - 20 Minuten. Zurück bleibt nur noch ein winziger Schnitt, der oftmals lediglich mit einem kleinen Pflaster versorgt werden muss. Damit ist der Eingriff auch schon beendet.

Rückenbeschwerden

Die Komplikationsrate ist bei der Radiofrequenz-Kyphoplastie wie bei den meisten Operationen dieser Art eher gering. Aber auch dieser Eingriff ist, wie auch eine medikamentöse Therapie, mit möglichen Nebenwirkungen verbunden. Dr. Sarfert vom Orthopaedicum Mainz kann Sie über die Möglichkeiten und Risiken dieser neuartigen Behandlung aufklären.

Dr. med. Sven SarfertAutor:
Dr. Sven Sarfert | Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Chirotherapie und Sportmedizin






Bildquelle: Praxis Dr. Sarfert

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