MED Facharztzentrum
MED Facharztzentrum

Luftnotsprechstunde

06. Feb 2011

Ein neues Angebot der MED

MED News: Luftnot – ist das immer gefährlich?

Dr. Guth: Im Prinzip kann jeder mal „aus der Puste“ sein, beim schnellen Gehen, Treppensteigen oder ähnlichen Anstrengungen. Das hängt mit der individuellen körperlichen Fitness zusammen. Manchmal steckt jedoch auch eine ernsthafte Erkrankung dahinter, die weiter abgeklärt und behandelt  werden sollte.

MED News: Welche Erkrankungen können dahinter stecken?

Dr. Semmler: Hat ein Patient Luftnot, so sind in den meisten Fällen entweder Erkrankungen der Atemwege oder des Herzens dafür verantwortlich.

Das können also unter anderem Erkältungskrankheiten, Lungenentzündung,
Asthma, aber eben auch eine Schwäche des Herzens oder gar ein Herzinfarkt sein. Das ist auch der Grund, weswegen die Kollegen der Cardiopraxis und wir uns zu einer gemeinsamen Luftnot-Sprechstunde zusammenschließen.

MED News: Würde es denn nicht reichen, nur einen von Ihnen aufzusuchen?

Dr. Guth: So läuft es ja bisher. Der Patient hat Schwierigkeiten bei der Atmung und geht zum Hausarzt. Dieser hört ihn ab und vermutet eine bestimmte Erkrankung. Daraufhin überweist er den Patienten beispielsweise zum Pneumologen, also zum Lungenfacharzt. Dieser macht wiederum Untersuchungen, findet aber heraus, dass keine Erkrankung der Lunge vorliegt. Nun muss der Patient wieder zurück zum Hausarzt, der ihn dann an den Kardiologen, den Herzspezialisten, verweisen kann.

Das alles ist umständlich, verursacht unnötige Kosten und führt dazu, dass Patienten manchmal sehr lange auf eine Diagnose und die Behandlung warten müssen.

Luft tut gut. Fotolia.com: (c) Jessmine
Luft tut gut. Fotolia.com: (c) Jessmine

MED News: Der Patient bekommt also schneller Klarheit?

Dr. Guth: Richtig. Zum einen das, zum anderen kann er direkt mit beiden
Spezialisten sprechen. Voraussetzung ist, dass der Hausarzt und der Patient eine kombinierte Abklärung für sinnvoll halten. 

Manchmal, gerade im Alter, liegen ja auch Erkrankungen der Lunge und des Herzens vor. Bei uns werden keine Untersuchungen doppelt gemacht. Der Informationsaustausch unter uns Ärztinnen und Ärzten der MED klappt in aller Regel reibungslos – telefonisch oder durch ein persönliches Gespräch.

Künftig soll das auch noch weiter durch eine gemeinsame EDV verbessert werden. Im MED Facharztzentrum stehen uns zur Abklärung der Luftnot alle wesentlichen diagnostischen Verfahren für eine hochdifferenzierte Abklärung zur Verfügung. Auch seltenere Ursachen, wie unter anderem Blutarmut oder Schilddrüsenerkrankungen, können im MED Facharztzentrum
abgeklärt werden. Das heißt, der Patient hat keine langen Wege, kreuz und quer durch die Stadt.Steht die Diagnose dann, wird das Behandlungskonzept gemeinsam besprochen und durchgeführt.

MED News: Kann also jeder Patient mit Luftnot in die gemeinsame Sprechstunde kommen?

Dr. Semmler: Im Prinzip schon. Derzeit können wir diesen Service leider nur Privatpatienten anbieten, da wir mit den Krankenkassen noch in Verhandlungen über die Kostenerstattung für dieses Angebot stehen.
Wir hoffen aber sehr, dass die Kosteneinsparung für die Krankenkasse überzeugend genug ist, so dass wir künftig Anlaufstelle für alle Luftnot-Patienten sein können.


Autoren:

Dr. Angelika GuthDr. Angelika Guth, MBA
Fachärztin für Innere Medizin/ Kardiologie
Notfallmedizin
Gesundheitsökonomin


Dr. Uwe SemmlerDr. Uwe Semmler
Facharzt für Innere Medizin und Lungen- und Bronchialheilkunde
Modernes Lungenfunktionslabor der
Pneumologischen Gemeinschaftspraxis in
der MED


Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzinformationen