MED Facharztzentrum
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Herz in Gefahr

16. Sep 2012

Welche Möglichkeiten gibt es, die Herzinfarktgefahr zu behandeln, und worauf kommt es dabei letztendlich wirklich an?

Zur Herzwoche der Deutschen Herzstiftung: Worum geht es?

Herr Keller geht wieder zu seinem wöchentlichen Tennisabend. Das Spiel macht ihm in letzter Zeit immer weniger Spaß. Er ist körperlich nicht gut trainiert, da er für Training zu wenig Zeit hat, er hat auch einige Kilogramm Gewicht zugelegt. Er fühlt sich einfach nicht mehr so leistungsfähig, er verliert meistens das Spiel. Hinzu kommt noch, dass er bei den letzten Malen, wenn das Spiel etwas strammer wurde, ein eigenartiges Brennen hinter dem Brustbein verspürte, manchmal auch einen Schmerz im Unterkiefer. Es war unangenehm, ging aber dann nach kurzer Zeit wieder weg. Er ist gespannt, ob diese Symptome heute wieder auftreten werden.

Es ist heute noch schlimmer. Gleich zu Beginn, beim ersten Sprint zum Netz, spürt er es wieder. Der Schmerz im Unterkiefer ist so heftig, dass er das Spiel abbrechen muss. „Du solltest zum Arzt gehen!“ rät ihm sein Partner.

Zwei Wochen später sitzt er vor mir in der Sprechstunde. Ich habe eine Ultraschalluntersuchung des Herzens gemacht, eine sog. Echokardiographie, und ein Belastungs-EKG. „Meine Befunde zeigen mir, und auch Ihre Beschwerden lassen es vermuten, dass Sie eine Verengung der Herzkranzgefäße haben. Wir müssen bei Ihnen eine Herzkatheteruntersuchung machen. Dabei können wir feststellen, ob meine Vermutung stimmt. Eventuell können wir dann auch sofort die Verengung aufdehnen und das Gefäß mit einer Gefäßstütze, einem sog. Stent versorgen.“

Herr Keller ist besorgt: „Kriege ich einen Herzinfarkt?“ Ich versuche ihn zu beruhigen: „Nicht unbedingt. Wir haben jetzt die Gefahr erkannt und können nun alles uns zur Verfügung stehende tun, um den Herzinfarkt zu verhindern.“

Drei Wochen später sitzt er wieder vor mir. Es wurde in der Tat eine Engstelle in einem Herzkranzgefäß gefunden. Die Stelle wurde aufgedehnt, ein Stent wurde an dieser Stelle implantiert. Er ist hell begeistert: „Ich kann wieder problemlos Treppen steigen, ich bin wieder so munter wie lange nicht, ich freue mich richtig auf das nächste Tennismatch. Ich danke Ihnen, Herr Doktor, dass Sie mich vor dem Herzinfarkt bewahrt haben.“

Da muss ich nun leider seine Euphorie etwas bremsen: „Sie können jetzt wieder Tennis spielen, sie sind wieder leistungsfähig wie früher, die Durchblutung des Herzens ist jetzt wieder dank des Stents in Ordnung. Aber, und das ist ganz wichtig für Sie zu wissen, der Stent schützt Sie nicht vor dem Herzinfarkt. Die Krankheit Ihrer Herzkranzgefäße besteht weiterhin, das Herzinfarktrisiko wurde durch den Stent so gut wie nicht verändert, Ihr Herz ist weiterhin in Gefahr. Es kommt jetzt darauf an, die eigentliche Erkrankung, die Arteriosklerose der Herzkranzgefäße, zu behandeln.“

Herr Keller ist etwas enttäuscht, wird dann aber wieder zuversichtlich:

„O. k. Herr Doktor, was muss ich tun, um die Herzinfarktgefahr in den Griff zu kriegen?“

Es folgt ein ausführliches Gespräch. Herr Keller verlässt mein Sprechzimmer mit dem festen Vorsatz, die Herzinfarktgefahr zu bekämpfen. Er hat verstanden, worauf es wirklich ankommt.

Darüber wollen wir in unserem Herzseminar im Rathaus mit Ihnen sprechen:

Welche Möglichkeiten gibt es, die Herzinfarktgefahr zu behandeln, und worauf kommt es dabei letztendlich wirklich an?


Dr. Norbert WittlichAutor:
Dr. Norbert Wittlich

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