MED Facharztzentrum
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Die gynäkologische Krebsvorsorge: Eine Erfolgsgeschichte

23. Okt 2019

Seit 1971 können Frauen an der kostenlosen jährlichen Krebsvorsorge teilnehmen. Dabei wird ein PAP-Abstrich vom Gebärmutterhals entnommen. Durch die Erkennung von Krebsvorstufen konnte die Zahl der Todesfälle durch Gebärmutterhalskrebs seit 1971 halbiert werden.

Vor der Einführung der Krebsvorsorge war der Gebärmutterhalskrebs die häufigste Krebsart der Frau, heute ist sie auf den 12. Platz gesunken, trotzdem erkranken jährlich etwa 4.300 Frauen im Jahr. Durch einen neuen Test, den HPV-Test, könnten es zukünftig noch weniger sein. Nach der Entdeckung des HP-Virus (Humanes Pappillomvirus) konnte der deutsche Arzt Professor Harald zur Hausen nachweisen, dass ohne eine vorherige Infektion mit HP-Viren praktisch kein Gebärmutterhalskrebs entstehen kann. Dafür erhielt er 1981 den Nobelpreis. Daher wurde ein neues Programm für die Früherkennung von Zervixkarzinomen beschlossen und die Krebsvorsorge ab Januar 2020 erneuert, künftig bekommt jede Altersgruppe eine auf sie abgestimmte Vorsorge.

Gebärmutterhalskrebs: Welche Methoden der Früherkennung gibt es?


Der PAP-Test


Es werden vom Muttermund und aus dem Gebärmutterhals Zellen entnommen und in einem Spezial-Labor mikroskopisch auf Veränderungen untersucht, dabei wird festgestellt ob die Zellen gesund aussehen oder nicht, danach können weitere Untersuchungen und Behandlungen notwendig sein.

Der HPV-Test

Auch bei diesem Test wird eine Probe aus dem Gebärmutterhals entnommen, diese wird in einem Spezial-Labor auf bestimmte HP-Viren untersucht, die Gebärmutterhalskrebs auslösen können. Der HPV-Test klärt das Vorhandensein dieser Viren. Bei jeder Frau unter 35 Jahren ist der Virus nachweisbar und in 90 % der Fälle völlig harmlos.

Ab dem 35. Lebensjahr kann das Vorhandensein dieser Viren eine andere Bedeutung haben, deswegen wird bei der Vorsorge ab 35 Jahren der HPV-Test durchgeführt. Wird das Virus nachgewiesen, sind weitere Untersuchungen notwendig, wobei nur bei einem geringen Anteil der Untersuchten einen Krebsvorstufe oder Krebserkrankung vorliegt.

Was ändert sich ab Januar 2020 bei der Krebsvorsorge?

Gesetzlich versicherte Frauen zwischen 20 und 65 werden schriftlich zur Vorsorge eingeladen. Das Recht auf Krebsvorsorge endet aber nicht mit 65, man bekommt nur keine Einladung mehr. Für Frauen zwischen 20 und 34 bleibt alles beim Alten. Frauen ab 35 können dagegen alle drei Jahre eine Kombination aus PAP- und HPV-Test in Anspruch nehmen. An der jährlichen gynäkologischen Untersuchung ändert sich nichts.

Die Krebsvorsorge ist sinnvoll, denn Krebserkrankungen sind heilbar und vermeidbar. Eine frühzeitige Erkennung verbessert die Heilungschancen, leider nehmen bis jetzt nur 45 %
der Frauen an der Krebsvorsorge teil und der größte Anteil der Gebärmutterhalskrebserkrankungen wird bei Frauen festgestellt, die nicht an der Krebsvorsorge teilgenommen haben. Die Einladung zur Vorsorge wird hoffentlich die Teilnahme verbessern.

Wann ist das Risiko erhöht?

Ohne eine Infektion mit HP-Viren kommt es fast nie zu Gebärmutterhalskrebs. Man sollte einige Faktoren überprüfen, die eine Erkrankung wahrscheinlicher machen.

• Sex in frühem Teenager-Alter
• Infektion mit sexuell übertragbaren Erkrankungen wie Herpes-Viren oder Chlamydien
• viele verschiedene Sexualpartner
• Rauchen
• Immunschwäche

Was kann man schützend tun?

• Gemüsereiche Ernährung, Knoblauch & Zwiebel
• Zitrusfrüchte
• Vitamin C, E, A
• Niktionkarenz
• Kondome zur Vermeidung von Infektionen

Für die junge Generation bietet die von der ständigen Impfkommission empfohlene HPV-Impfung eine weitgehende Vermeidung der Infektion mit HP-Viren.
Sie wird zwischen 12 und 17 Jahren empfohlen und seit Sommer 2018 auch für Jungen von der Krankenkasse bezahlt.
Davon verspricht man sich die Ausrottung der HP-Viren. Aber bis dahin brauchen wir die Vorsorge und Ihre Bereitschaft,daran teilzunehmen, auch im Interesse der eigenen Gesundheit.

Dr. Imhof
Dr. Roswitha Imhof
Fachärztin für Gynäkologie und
Geburtshilfe

Aßmann-Reuter

Birgit Aßmann-Reuter
Fachärztin für Gynäkologie und
Geburtshilfe

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